Da war doch was...was ich noch zeigen wollte

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Montag, 16. Dezember 2013

Skiverleih Nr. 371

Hallo und einen schönen 3. Advent! Ich bin euch noch die Fortsetzung von meiner Reise schuldig, lang ist es her;) von Amritsar über Manali nach Chandigarh:

Von der Nachtfahrt zwischen Amritsar und dem weiten Norden kann ich  nur wenig berichten- ich schließlich ein-gemurmelt in meine Kuschel-decke während der Bus weiter Richtung Norden rollte. Aber als ich um 5 Uhr aufwachte (der Bus hatte angehalten und einige Frühaufsteher räkelten sich schon in ihren Sitzen) bot sich mir jedoch ein Ausblick, den ich nie erwartet hatte und auch die Temperatur war unerwartet kühl. Über Nacht hatten wir wohl eine magische Grenze überfahren, denn um mich herum glitzerte der Nebel, der das ganze Land wie im Traum erschienen ließ (OK, es war auch 5 Uhr am morgen und ich war noch halb am schlafen). Wir hatten an einer offenen Raststätte angehalten und jemand drückte mir einen heißen Becher Tee in die Hand. Die Leute um mich herum waren dick ein-gemurmelt, wollende Jacken, Handschuhe und große Tücher um die Schultern.
Ich ließ mir erst einmal meine Strickjacke aus der Rück-klappe geben und so standen wir da, dampfenden Tee, Kekse und lehnten uns gegen die heiße Wand der Theke, die gleichzeitig als Feuerstelle für die Topfe diente. Aber sobald die Sonne hinter den Bäumen ihre Sonnenstrahlen schickte wurde es angenehm warm (dieses Phänomen sollte ich jetzt im indischen Winter noch öfter erleben) und mit der Sonne auf der Frontscheibe des Buses ging es weiter. Der Nebel lichtete sich nur langsam und wir passierten kleine, verfallende Dörfer, reichlich Männer mit kunstvoll arrangierten Turbanen, weitere weiß oder farbenfroh strahlende Ferien Ressorts und unendlich weite Felder. Langsam wurde das Land hügeliger und bewachsen und wie aus dem nichts hatten wir schließlich einen wunderbare Blick über bewaldet Berge und Flüsse im Tal, als wir und über die Serpentinen vorbei an kleinen Bergdörfern immer weiter ins Gebirge arbeiteten. Zu Mittag gegessen haben wir in einem wunderschönen Hotel/Restaurant direkt über dem Abgrund, in dem auch zwei ältere britische Damen die atemberaubende Aussicht genossen.



unser Busfahrer...
hat mir auch versucht Panjabi (die Sprache der Region)beizubringen

amazing landscape im Himalaya

Erst sehr spät und in vollkommener Finsternis und Kälte (ganz plötzlich als die Sonne unterging) erreichten wir unseren Zielort Manali. Der Sage nach kommt der Nama von Manu- alaya, das Zuhause von Manu, einem berühmten Hindu Rechtssprecher, der die Menschenrechte und Moralvorstellungen von hier aus verbreitete.
Nachdem wir einige mal durch den Ort gefahren waren hielten wir am besten Hotel am Platze: Das River Country Resort besteht aus einem geschmackvoll eingerichtetem Haupthaus mit Restaurant, Lounge (zwar vergleichsweise teuer, aber ein schöner Milchkaffee musste zur Entspannung auch mal sein), Bar und den Zimmern und einem komplett hölzernem Nebengebäude mit 4 großen Appartements mit Schlafräumen, luxuriösen Badezimmern und offenen Kamin-raum. Leider ging die einen Nacht viel zu schnell um, die (neben bei gesagt) die erste Nacht/Abend war, in der ich richtig fror. Auf eine solche Kälte wie Nachts in den Bergen war ich echt nicht vorbereitet.

Aber schon war der nächste Morgen (während der Nacht im gemütlichen Bett unter einer Wolldecke war mir auch schließlich wieder warm geworden) ginge es nach dem Frühstück in Neuner-Teams, einem Jeep und einem einheimischen Fahrer weiter in die Berge: das Land wurde sehr kahl, die Aussicht auf die schneebedeckten Berge immer besser, Zelte am Straßenrand (die aber nur in der Saison bewohnt sind, erklärte und Fahrer), Warnschilder vor Hirschen, eine Eselherde kreuzte die Straße und endliche kleine Verleihe für Schneeanzüge und Skier am Straßenrand (ist halt doch ein ziemlich beliebter Urlaubsort). An einem hielt auch unser Jeep an und wir deckten uns mit Handschuhen, wetterfesten Schuhen (wenn nötig), warmen Skianzügen und heißem Tee für die Lehrer ein. Das letzte Stück ruckelten wir nur noch eine Steinstraße hinauf, durchgeschüttelt, fasziniert von dem immer wieder atemberaubenden Panorama, Sonnenstrahlen auf weißen Berggipfeln soweit das Auge reicht, und voller Vorfreude auf den Schnee.
Am Rotari Pass angekommen war ich erst einmal ein bisschen enttäuscht: immer noch kein Schnee, endliche indische Touristen mit Jeeps und Führern und eben so viele Straßenverkäufer: heißen Tee, Früchte, gebratenen Mais, Maggi- Nudel…und jeder war plötzlich super hungrig und fror unglaublich. Nach einigen hin und her, Gewarte, „Madam, nice hot Chai?“ von allen Seiten, den ersten vermeintlichen Frostbeulen, schwangen wir und alle(mehr oder weniger schwungvoll) auf die Ponys, die uns in einer langen Kette zum Schnee bringen sollten (irgendwie hatten die selbstständigen- meist sehr jungen Pferdebesitzer die Väter überzeugt)
Der Ritt von vielleicht 15 Minuten über –wort wörtlich – Stock und Stein, durch Schlamm und kleine Wasserbäche aus dem Gebirge wurde dann doch recht lustig: Ich konnte wieder das herrliche Panorama genießen, kalte Luft um meine Ohren, das Schaukeln und die Wärme des Ponys unter mir, ängstliche Schreie der Lehrer auf ihren Ponys hinter mir und ein (doch sehr stockendes) Gespräch mit dem 16 jährigen Pferdeführer.
Am Zielberg angekommen konnte ich mich von dem ‚Schnee’ überzeugen: vielleicht 10 cm fest getretenen Eis, glatt, eigentlich super gefährlich zum klettern und zu pulverig für Schneebälle…ABER für die meisten Schüler war es der 1. und wahrscheinlich auch letzte Schnee in ihrem Leben. Also wurde mit Eis-klumpen alias Schneebällen geworfen, auf dem Hosenboden kleinere Abhänge runtergerutscht und Fotos gemacht. Den Lehrern war schon bald zu kalt und sie stürzten sich auf die Teeverkäufer, die schon wieder wie aus dem nichts auftauchten…und mit ihnen auch die Safranverkäufer. Auf Dauer wurde es echt nervig und ich fing an, das Safran, welches die Lehrerinnen schon Massenweise für all ihren Verwandten gekauft hatten und mir zum aufbewahren gegeben hatten, an die Verkäufer weiter zu verhökern: sie verstanden aber den Spaß nicht und mein Geschäft lief nicht besonders gut…
Schließlich und nach noch mehr Verwirrung (waren halt doch einen Menge Schüler) es auf den Ponys wieder zurück zu den Jeeps. Die meisten Schüler warteten schon da, saßen um Lagerfeuer und äsen Fertig-nudeln. Eine Sache die ich gar nicht mitbekommen hatte: Einigen Schülern war von der dünnen Luft schlecht geworden und sie hatten Atemprobleme, deshalb ging es relativ schnell, mit den leid enden und frierenden Schülern wieder den Berg runter.

Bergtempel

und über die Schotterstraße gings weiter in die Berge


unser 16 Jähriger Ponyführer Manui







Zurück im Hotel, nach einem wunderbaren Mittagessen ging es schon weiter auf Shopping-tour ins (leider) moderne Manali. Es gibt wohl noch eine alte, traditionelle Stadt mit Märkten und einheimischen Handwerk, aber ich war inmitten von kauf-tüchtigen Schülern und Lehrern und konnte keinen überzeugen mit mir Kultur zu besichtigen. Des norden Indien ist berühmt für deine Webkunst und an unendlichen kleinen Ständen, die einen eng verschachtelten Basar bildeten, konnte man mehr oder minderwertige Schals, wunderschön gewebte Tücher, traditionelle Kleidung, Winterjacken, billige Schuhe, bunte Lederimitats-taschen, Holzarbeiten und auch eine Menge Plastik erwerben. Hier geschaut, dort die hervorragende Qualität erklären lassen (zu meinem Glück konnten die Verkäufer meist English und ich könnte mich ein wenig mit ihnen unterhalten), ein wenig verhandelt und beraten.
Schnell war die Zeit rum, die Schüler (und auch Lehrerinnen) weniger schnell eingesammelt und zurück ging es zum Hotel wo ein hervorragender warmes indisch- kontinentales Abendessen und die geplante Kinder-disco auf uns wartete.



auf dem Markt in Manali

warme Wintersachen und kunstvolle Gewebe



Bei Nacht, Nebel und Kälte (dieses mal war ich aber vorbereitet J) ging es mit dem Bus weiter nach Chandigarh, der letzten Station unserer Reise und Hauptstadt der zwei Staaten  Punjab und Haryana.

Diese best geplante Stadt Indiens wurde geschaffen von dem französischem Architekten Le Corbusier. Sie ist ein Beispiel von dem Traum und der Inspiration junger Inder, ein Symbol der Freiheit Indiens, losgelöst von den Traditionen der Vergangenheit. Unterteilt in endliche eigenständige, nach Nutzen sortierten Stadtsektoren gehört der Rock Garden zu dem Viertel ’gardens und open places’. Ein sehr schöner, großer und verschlungener Garten mit unterschiedlichster Steinkunst: mal hohe Wände aus strukturiertem Stein, keine abstrakte Steinskulpturen, Brücken und Tunnel, einen Wasserfall und eine Menge Grün, alles aus den Resten der Stadtplanung sowie industriellem bis städtischen Abfall (unter anderem kann man eine Wand komplett aus alten Steckdosen finden), erschaffen von Nek Chand.
Steine wurden bewundert und sogar ein Kamel-ritt war möglich und weil noch ein wenig Zeit war, machten wir einen keinen Abstecher zum Rosen Garten, eigentlich der größte in ganz Asien, aber leider nicht die richtige Saison und so genossen wir nur die Wasserspiele in der (jetzt wieder angenehm warmen) Dämmerung.

der Schein trübt: so diszipliniert in der Reihe
 wie hier ging es nicht immer zu

Zuckersrohrsaft: ziemlich süß aber lecker



Den Steingarten, einen schönen See mit Tretbooten und einer Menge indischer Touristen und auch dien Rose Garden hinter uns gelassen ging es mit dem Bus durch die Nacht zurück zum Bahnhof in Amritsar, um unsere zweitägige Rückfahrt anzutreten.


Das war der letzte Teil meiner ersten Reise- schon lange her und auch schon wieder von meiner 2. Reise in den Süden überholt, aber davon ein anderes mal!
Eine schöne Zeit bin Weihnachten und bis bald,
eure Rebecca




Sonntag, 1. Dezember 2013

1. Dezember

Hallo ihr Lieben, Namaste aus dem sonnigen Indien heute am 1. Dezember.
Fast hätte ich diese Traditionszeit die in den Nächsten 4 Wochen folgen wird, vollkommen verpennt: 0 Weihnachts- oder Adventsstimmung, keine Weihnachtslieder, kein Schmuck, kein typisches Winteressen- dafür Sonne, T-Shirt Wetter, Marktleben, Schulcompetitions, Tanzstunden und eine Menge mehr. 

Trotzdem, oder gerade deswegen hatte ich heute morgen beim Aufwachen so ein Gefühl: Meine erste Weihnachtszeit weit weg vom Zuhause, Losgelöst von Bekannten, Zwischen Menschen die mich so kennen lernen und in Erinnerung behalten wie ich mich mich Verhalte, die erste Weihnachtszeit die ich mir selber erfinden muss, aus einer Mischung aus indisch und deutsch (denn ganz ohne deutsch kann selbst ich die' Dauer-fernweh-habende nicht). Also hier mal in kürze mein erster Dezember:

Als ich aufwachte schien die Sonne schon hell durch die Fliegengitter der offenen Fenster. Es war halb 10 am Sonntagmorgen, draußen gefühlte 30 Grad, Stimmengewirr der Schüler, die für den bevorstehenden Schultag fleißig sogar am Sonntag übern, Vögel, Huben...eigendlich alles wie an einem späten Morgen hier in Jagdalpur. Immer noch müde drehte ich mich nochmal um, überlegte was ich heute machen sollten, was ich Frühstücken werde, wie ich meinen ersten Advent hier in Indien verbringen will und genoss den Augenblick- diese Augenblicke wenn ich mir meines ungeheurem Glückes bewusst werde hier sein zu dürfen und selber für meine Zukunft verantwortlich zu sein. Aber irgendwann war die Zeit zum Aufstehen dann doch gekommen (irgendwas muss ich ja auch mit dieser Chance anfangen) und nach den Anziehen (heute mal deutsch, farbenfroh und eines meiner Lieblingssachen) ginge es erst einmal zu einem nah gelegene Obststand an der Hauptstraße um frischen gepressten saft zu kaufen. Obwohl nur 10 Gehminuten traf ich einige Schüler und Chikan (oder so ähnlich), einen jungen Shopkeeper aus der Nachbarschaft, der sich mit mir in gebrochenen English zu unterhalten versuchte. 
Mit dem Saft in der Hand schlenderte ich wieder zurück durch die, inzwischen sehr vertraute Nachbarschaft. Namastes und Hallos verteilend hielt ich noch an einem der vielen kleinen Tante-Emma- Läden um Weißbrot für das heute mal deutsche frühstück zu kaufen, und weil ich mir nicht sicher war, ob noch Eier dawaren, nahm ich auch gleich noch zwei Eier für das Rühreie mit. Und gerade als ich mich wieder aufmachen wollte, traf ich auf Sita, unsere Köchin, die auch in der Nachbarschaft unterwegs war und mir einen herzlichen guten Morgen wünschte. Zusammen gingen wir zurück zur Schule und beim Rührei-machen schaute sie mir interessiert und belustigt über die Schultern (Es war übrigens wirklich kein Ei mehr da). 
Und schon war mein 1. Dezember deutsch- indisches Frühstück fertig: Frischer Saft aus einer orangenähnlichen Frucht, Rührei mit Zwiebeln, gebratene Tomaten, Weißbrot, selbstgemachte Marmelade (weil Jam hier so ungeheuer Süß ist habe ich mich letzte Woche ans Mamelademachen getraut- noch verbesserungswürdig aber Ok) und (weils ganz ohne indisch nicht geht und ich es auch gar nicht will) eine gekochte und zermanschte indische Frucht- schmeckt ähnlich wie Kartoffel, nur anders ;) 
Nach dem Frühstück war erst einmal Zimmer putzen angesagt, nicht ohne vorher einigen Minuten den Viertklässlern beim Tanztraining zuzusehen- einfach süß! Danach hieß es Musik an, Zimmer aufräumen, abstauben und wischen: was muss- das muss.
Um 2 war ich mit einer guten Freundin und ihrer Cousinen zum Picknick verabredet, also schnibbelte ich, mit lieber Unterstützung unserer zweiten Köchen, Äpfel, Granatapfel, Kokosnuss und, und, und für einen Obstsalat und kochte Tee. 
Aller eingepackt, noch mal bei den Tänzern vorbeigeschaut (diesmal die 11. mit einem ganz besonderem Bambus-tanz bei dem die Tänzerinnen über bewegte Bambusstangen am Boden springen) und ab zu Bujji. Nach einem schnellen aber sehr leckerem Mittagessen und Gequatsche mit der gesamten Familie wurden wir beide und ihre beiden Cousinen Pushpa und Sharda von irgendeinem Verwandten (die gehen in indischen Häusern ein und aus) zu einem Park etwas außerhalb der Stadt gefahren. 
Viele indische Familien saßen auf den Grünflächen, Kinder rannten umher, spielten Federball oder kletterten über die Spielgeräte die überall verteilt standen. Ein kleiner, künstlicher Wasserfall (leider nicht an) bot aber trotzdem Kulisse für endliche Familienfotos, frisch verheiratete Paare saßen in geschützten Ecken um sich besser kenne zu lernen (arrangierte Ehen sind hier gang und gebe). Wir genossen die schatten-spendenen hohen Nadelbäume, Blumen, Plauderten, lachten, aßen und beobachteten die dicken Frauen in Saries, die es sich nicht nehmen ließen eine Runde Fangen mit den Kindern zu spielen. 
Um kurz nach 5 schlenderten wir langsam wieder Richtung Stadt, besuchten noch kurz einen Verwandten, der in einer Wohnkolonie an der Stadtgrenze wohnt und als wir wieder in stadtnähe kamen, konnten wir und auch eine Ritschka zurück nach hause nehmen. 
Alle waren ziemlich müden und ich wollte noch ein bischen an den Computer und so verabschiedeten wir uns ziemlich schnell und herzlich. Zurück in der Schule traf ich eine Lehrerin, die für ein Tanztheater einen ziemlich schöne Tonaufnahme erstellt und heute Abend die aufnahmen im improvisierten Tonstudio macht. Sie übersetze mir die Hinditexte und erklärte mir das Konzept: Frauenbild in Indien-  über Gewallt und Ungleichheit. Seht interessant, wichtig und ich ich konnte ein wenig bei ihrer Arbeit zusehen. 
danach gings zum Abendessen: Reis, Dahl und Gemüse (wie immer- lecker ;)) und eine Runde mit meine Eltern skypen, Mails checken, mit Freunden schreiben und mich über Neuigkeiten in der Welt informieren. Und jetzt wird geschlafen, morgen ist ein langer Schultag mit Unterrichten, Tanztraining, Deutschstunden, Lehrerversammlung und was sonst noch alles passiert an einem Tag in Indien ;)



Mein erster Advent, gewöhnlich- ungewöhnlich und ob ich die Weihnachtszeit lieber kalt oder warm genieße werde ich die nächsten 4 Wochen herausfinden. Über die Weihnachtsferien bin ich übrigens bei einer befreundeten Familie in einem kleinen Dorf ca. 5 Autostunden von Jagdalpur eingeladen und ich freue mich schon sehr auf die Zeit in einer Familie!

Liebe Grüße aus Indien, eine schöne Adventszeit euch allen- sei es wie immer oder mal anders- und doch immer einzigartig!
eure Rebecca

Dienstag, 12. November 2013

Von Goldenen Tempeln und mächtig Nationalgefühl

Nach 2 Tagen auf den Schienen kamen wir am Morgen des 18.10 (huch, auch fast schon wieder einen Monat her) in Amritsar an. Auch das ’spirituelle Zentrum Punjabs’ genannt stand natürlich nach dem Frühstück ein Besuch des Goldenen Tempels, der heiligste Ort der Glaubensbrüder Sikh auf dem Programm. Allein die Buseinfahrt vom Bahnhof zu unserem Hotel war aber schon spannend: Amritsar gehört zu den größeren Städten und auf den Straßen tummelten sich die verschiedensten Menschen, Werbeschilder warben für Cola und Co, unzählige Motorritschken boten den Touristen ihre Dienste an und an jeder Ecke konnte man zwischen Hotels und Restaurants der verschiedenen Preisstufen wählen. Und siehe da, die Schule hat’s sich nicht nehmen lassen und ich bekam, zusammen mit zwei Lehrerinnen und einem kleineren Jungen ein Zweierzimmer in einem ziemlich schicken, keinen Hotel und…Primäre!!...es gab eine warme Dusche, die ich, nach zwei Tagen im Zug, erst einmal voll ausgenutzt habe.

Rikschafahrer auf den Straßen Amritsars

und noch etwas auf den Straßen Amritsars, nur für dich Papa :)

Nach einem schnellen Frühstück im etwas größerem Hotel der Schüler auf der anderen Straßenseite (dort hin zu gelangen war jedoch jedes mal ein Heib und die Lehrerinnen waren es auch nicht gewöhnt mit Schülern zu reisen, was ich leider immer wieder Feststellen musste)ging es auch schon- erst mit dem Bus und dann in Zweierreihen (oder so ähnlich) ins Stadtzentrum zum Goldenen Tempel. Wie man es sich bei einem solch berühmten Ort vorstellen kann waren auch hier die Vorkäufer nicht weit und warfen uns völlig überteuerte, hässliche und qualitativ echt bescheidene Andenkenstücher (zum verdecken der Haare sowohl bei Frau, als auch bei Mann), Portkarten und allen möglichen Kram hinterher. Meine Rolle als Touristin war glücklicherweise, dank meiner Aufsichtspflicht, diesmal eher zweitrangig und die Verkäufer stürzten sich auf die Schüler, die diese herzlich empfingen und fleißig kauften.
Nach ca. 15 Minuten erreichten wir, jetzt schön erschöpft, müde und durstig- die Indische Sonne schien sich besonders anzustrengen- den Eingang des Goldenen Tempels, stopften alle unsere Schuhe in Säcke und marschierten barfuß über Teppiche zum eigentlichen Gebäudekomplex.

Das Heiligtum  wurde im 14 Jahrhundert vom fünften Sikha Guru Arjan Dev erbaut und besteht aus dem berühmten Tempel inmitten eines flachen, quadratischen, künstlichen Sees (bekannt von endlichen Bilder) strahlt -wie der Name schon verrät- von außen in purem Gold und weitern Gebäuden aus weißem Stein und kunstvollen Ornamenten rund um den See. Viele Touristen mit Fotoapparaten und heilige oder wenigstens gläubige Männer mit weißen oder farbigen Tour-bahnen (im allgemeinen hier im Norden vermehrt zu finden) wuselten auf den sehr sauberen, aus hellem Stein bestehenden Flächen rund um das Wasser. Alte Frauen und Geistliche saßen auf dem Boden unter den wunderschönen Rundgängen der Steingebäude und einige badeten sogar im heiligen Wasser. Die Architektur enthält sowohl Elemente der hinduistischen, als auch der islamischen Kultur und der Tempel gilt als einer der geschmackvollsten und schönsten seiner Art. Leider hätte es zu lange gedauert den eigentlichen Tempel  zu besuchen, vor dem man schon vom weiten eine langen Menschenschlange erkennen konnte und der das Original der heiligen Sikhbuches Guru Granth Sahib’ birgt. Stattdessen sind wir entlang des äußersten Gebäudekomplexes geschlendert und habe eine Essensausgabe entdeckt, wo man, in Schälchen aus Blättern servierten, frisch gekochten Reisbrei kaufen konnte. Mit zwei Lehrerinnen habe ich mich natürlich sofort aufgemacht, für wenige Rupees dieses Mahl zu kaufen, welches man dann zur Hälfte sofort wieder den Geistlichen spendet, die es an die Armen verteilen (-doofe Aktion, wir haben die Gruppe verloren und hatten nicht wirklich eine Ahnung was das ganze soll und wo wir genau damit hinmüssen). Als nach einigem hin und her endlich diese gute Tat vollbracht war- auf essen hatte ich dann aber auch nicht mehr wirklich Lust und erklärt hat uns das ganze auch keiner- und wir die Gruppe wieder gefunden hatten, ging es nach einem letzten Gruppenfoto auch schon wieder ins Großstadtgedränge.




einzigartige Architektur der Palastanlage rund um den goldenen Tempel


Direkt nebenan besuchten wir im Anschluss Jallianwala Bagh. Dieser sehr schone, saubere Garten spielt eine entscheidende Bedeutung in Indias Unabhängigkeitsbewegung.
Überall im Park verteilt kann man Statuen von wichtigen Freiheitskämpfern finden und das Jallianwala Bagh Memorial in der Mitte, in der Form der ewigen Flamme der Freiheit ist ein wichtiger Pilgerort für jeden Inder- und in der tat, viele Inder von Unterschiedlichen Regionen posten vor dem riesigen Steindenkmal, lagen unter großen Bäumen auf den Grünflächen oder schlenderten entlang der bunten Blumenbeete. Ziemlich am Eingang befindet sich der berühmte Brunnen (bekannt aus Gandhi-filmen), in den sich am 13 April 1919 friedvolle Freiheitskämpfer aus Angst vor den Briten zu retten versuchten und erschossen worden.

Denkmahl für die vielen Toten
 während der Unabhängigkeitsbewegung

Wer kennt diesen Mann ??

Wie keiner? Daber hat der doch sogar in Münster studiert, was n Zufall ;)

Alte Häuser rund um den Park:
 einzigartig, gemütlich und immer ein wenig heruntergekommen

Nach einer Stärkung zurück im Hotel ging es auch schon weiter: Zur nur 28 Km entfernten Grenze zu Afghanistan und dem allabendlichen Zeremonie ’Beating the Retreat’. Zur berühmten Touristenattraktion geworden- erkennbar an einem riesigen Markt mit Kleidern, Popcornverkäufern, fischen Säften, gegrilltem Mais und Filmen der Zeremonie, werden bei Sonnenuntergang erst auf der pakistanischen Seite und dann auf der indischen Seite in einem ungeheurem Spektakel die Landesfahnen abgenommen.
Nach einem langen Fußmarsch und Gewahrte vor der enormen Menschenmenge am großen Tor auf der Indischen Seite, durften wir schließlich als Schulklasse die indische Tribüne betreten, vorbei an speziellen Foreigner-Sitzen, der Fan-maile und VIP-Plätzen. Viele Mensche mehr oder weniger geschmückt in den indischen Nationalfarben, Soldaten dieses Grenzüberganges und eine Art Einheizer der um alles einen reisen Wirbel veranstaltete, geräuschvoll hin und her marschierte und ohrenbetäubend Schrei. Menschenmassen jubelten und schauten neugierig zu, wie erst die Fahne auf der afghanischen Steinbogen (auf der anderen Seite war der gleiche Kult nochmals zu finden, halt mit afghanischen Touristen) mit lauten Befehlen, streng gekleideten Soldaten und mit straffen Schritt abgenommen und ins Grenzhaus getragen wurde und dann das ganze auf unsere Seite wiederholt wurde. Alle waren aus dem Häuschen, ich beobachtete, staunte und verstand nicht wirklich.
Danach gab es noch einige Fotos mit den Grenzsoldaten und durch Sicherheitskontrollen ging es zurück zum Bus.

"I love my India" - kleiner Junge zwischen der begeisterten Menge

Soldat der Border Security Force (BSF) beim Programm

Festlich wird die Nationalfahne abgenommen- und das jeden Abend


Die Nacht im gemütlichen Hotelbett war kurz, denn um 3 Uhr am nächsten morgen ging es mit dem Bus (und diesmal leider nur einer mir Sitzen) weiter in die nördlichen Teile Indiens. 

Namaste und bis bald mit weiteren Reiseberichten
eure Rebecca

Samstag, 26. Oktober 2013

Reisen auf indisch I oder Wie ich mit dem Chattisgar Express Freundschaft schloss

Meine erste große Reise in Indien ging am 16. dieses Monats in die Berge. Zusammen mit 60 Schülern und einigen Lehrern war es zwar 'nur' eine Educational Tour, aber dazulernen will ich schließlich immer!


Schon früh trafen wir uns im indischen Morgennebel an der Busbahnhof um die Tagestour nach Raipur anzutreten, von dort unser Zug am Abend abfahren sollte. Aber wer sich einfach eine gemütlich Bustour vorstellt- nichts da. Zwar wurde das Gepäck nicht aufs Dach geschnallt (Gott sei dank), aber indisch ging es schon zu. Wir quetschten uns n die zwei bestellten Busse und es war überraschend gemütlich. Den huckeligen und wackelige Weg auf der Hauptstraße vorbei an endlichen kleineren und größeren Dörfern und natürlich wieder einer Menge Wald, verbrachte ich halb liegend, halb sitzend abgefedert von gemütlichen Matratzen, die in zwei Etagen an einer Seite des Busses genügend Platz zum chillen, spielen, spaßen, singen und schlafen boten.



Die meiste Zeit bei Reisen innerhalb Indien, musste ich jedoch bald feststellen, kann man am besten durch ’aus dem Fenster schauen’ und schlummern verbringen- lesen oder richtig unterhalten dank des ewigen Gewackels und der Lautstärke dank der ewigen offenen Tür einfach unmöglich! Mittagessen wurde dank hervorragender Organisation in einem sehr westlichen Ressort (welches nicht das einzige bleiben sollte) eingenommen, dass man u. a. auch für Hochzeiten und andere Partys mieten kann.

Tag 1 und mit bester Laune ins Abenteuer

immer wieder faszinierend: Dschungel soweit das Auge sieht


Am späten Nachmittag änderte sich die Aussicht und wir erreichten den Bahnhof der Staatshauptstadt Raipur. Mit vollen Straßen, Obstverkäufter, riesige Werbeschilder, Hotels und wunderschönem Wetter wurden wir empfangen und sofort ins Bahnhofsgebäude geleitet.
Und wieder wurden die Unterschiede in der Indischen Bevölkerung deutlich: Geschäftsmänner mit gebügelten, frischen Anzügen und Aktentaschen neben gestressten Müttern mit ungewaschenen Kleinkindern an der einen und einem notdürftig geflicktem Beutel mit Notwendigkeiten in der Anderen. Männer schoben Karren voller Obst und überall auf dem Boden boten Verkäufer Kofferschlösser und Schlösser mit langen Ketten an (wessen Bedeutung mir später noch bewusst wurde). Überraschenderweise war der Bahnhof sehr sauber und in dem Schlafraum alias Aufenthaltsraum (hieß aber wirklich sleep- room) schliefen eingepackt in bunte Tücher groß und klein neben ihren Bergen von Koffern, Metallkisten, Stofftaschen, Säcken und einfach zusammen geknoteten Tüchern.
Wir füllten unsere Wasserflaschen an einen der vielen öffentlichen Trinkwasserhähnen auf, schwitzten und passen darauf auf, dass kein Schüler im Trubel der ein- und ausfahrenden Züge verloren geht.
Aus dem Bus ins Städtegetrubel, Raipur
Farbenfroher Tempel direkt neben dem Bahnhof



 Wir warten in der Hitze auf unseren Zug, der uns in die
kühlen Berge bringen soll

 Als der Chattisgarh Express Nr. 18237 (sogar nahezu pünktlich) schließlich  einfuhrt und wir alle, zusammen mir endlichen anderen Passagieren eingestiegen waren, konnte ich die erste dreiviertel Stunde erstmal nur, mit meinem Tramperrucksack auf dem Rücken, eingequetscht zwischen Koffern, aufgeregten Schülern – die aber auf der Stelle neben ihren besten Freunden sitzen wollten- und alten Männern im Turban auf den schmalen, harten Bänken sitzen und abwarten bis sich der Trubel gelegt hatte. Nach und nach fanden alle Schüler den gewünschten Sitzplatz (wir waren über 5 verschiedene Wagons verteilt, was das ganze nicht gerade einfacher machte) und auch wir Lehrer konnten uns langsam entspannen und ich mich in Ruhe umsehen.
Die Wagons waren unterteilt in vielleicht 6 Abteile, wobei in jedem Abteil 8 Mann schlafen konnten. Parallel des schmalen Ganges gab es neben den vergitterten Fenstern zwei Schlaf-liegen übereinander, auf der breiteren Seite bildeten die unteren beiden Liegen ein gemütliches 6er Abteil für tagsüber, in der Nacht wurden neben den Schlafstädten an der eisernen Decke des Zuges noch zusätzlich, mit schmutzigen Kunstleder überzogenen bessere- Bretter auf Kopfhöhe ausgeklappt. An der Deck jedes Abteiles sorgten jeweils drei verstaubte Ventilatoren ergänzend zu den offenen Fenstern für Frischluft (wessen Bedeutung mir in der folgenden Nacht- ich schlief auf der obersten Liege- noch bewusst werden sollte) Im allgemeinen alles etwas beengend, alt, verrostet, schmutzig, quietschend, hart aber OK für eine Erfahrungsnacht- das Problem: wir würden zwei Nächte bis nach Amritsar im norden Indiens brauchen, und die gleichen Weg auch wieder zurück.

Menschen, Koffer, Schuhe, ...alles braucht seinen Platz

meine Schlafstädte, gemütlich nicht? ;)

Aber darüber machte ich mir erst einmal keine Gedanken- fürs Erste war alles ungewohnt, spannend und aufregend. Zusammen mit einer anderen Lehrerin quetschte ich mich zu den 5 Schülern der Klassen 6 bis 9, für die wir die Aufsicht hatten. Wir spielten gegenseitig ausfragen, ich erklärte ’Ich sehe was, was du nicht siehst’, und wir sangen englische, hindi und auch deutsche Lieder und als es schließlich später wurde und die Kinder entweder schön eingerollt in mitgebrachten Baumwollaken schlummerten oder sich (mehr oder weniger leise) Bettfertig machten, hatte ich etwas Zeit durch die schmalen Gänge zu wandern, ’Namaste’s zu verteilen und die Welt des indischen Zufahrens zu bestaunen.

bestens ausgerüstet mit Musik und Decken
lässt sich so ein Zugfahrt schon aushalten

die charmanten Damen im selben Abteil: es wurden Kekse verteilt
und gefragt (natürlich Zeichensprache) ob wir meine Liege
nicht teilen könnten, na, vielleicht nächstes mal ;)

Ein sehr großes Problem ist, wie auch im restlichen Indien, der Müll. Nach dem Abendessen (sehr lecker aus Reis, Dahl, Chapatti und anderen Zutaten aus der Zugküche für alle Schüler bestellt und einzeln in Aluschalen verpackt) wurde, wegen fehlenden Mülleimern im gesamten Zug, der ganze Abfall einfach aus dem Fenster geworfen. Mich hat der Anblick aus dem Fenster schockiert: Vor einer wunderschönen Kulisse aus kleinen Häusern und (wenigstens Anfangs) vor allem weiten Reisfeldern lagen ,über eine Fläche von mehreren Metern verstreut,  Plastiktüten, Chipstüten, Zeitungspapier, Plastikflaschen und sonst alle möglichen Güter täglichen Gebrauchs und an manchen Stellen türmten sich ganze Müllberge neben den Gleisen. Ich verstaute erst einmal meinen Müll (der sich einfach nicht vermeiden lässt bei einer 2 tägigen Zugfahrt) unter dem Sitz und brachte ihn gesammelt an den verschiedenen Stationen raus, die erstaunlicher weise von endlichen Arbeitern sehr sauber gehalten wurden. Nicht gut heißen aber auch nicht verurteilen könnte ich meine Mitreisenden die alles aus dem Fenster warfen, direkt neben die Reisfelder die die Menschen ernähren- aber es gab einfach keine andere Möglichkeit für diese Masse von Abfall.

in der Zugküche wird frisch gekocht- vor allem Tee,
der mit lautem Geklapper alle 5 min am Platz angeboten wurde

 alte Frauen, Kinder, 'Zauberer' und Intersexuelle sammelt Geld und Essen


Nach meiner Entdeckungstour und nachdem ich sämtlichen Schülern eine gute Nacht gewünscht hatte (der halbe Zug schlief schon) , überkam auch mich die Müdigkeit nach dem Trubel und den Anstrengungen des Tages, ich suchte mein Bettlaken und eine dünne Decke aus dem Koffer, der neben einem einfachen Kofferschloss noch zusätzlich mit einer Kette unter der untersten Sitzbank gesichert wurde und machte mich mit meiner Zahnbürste und einer Packung Tempos auf zur Zugtoilette- vorstellbar aus einer Mischung aus deutschem Raststättenklo und den typisch indischen Toiletten mit nur einem Loch im Boden und zwei Hervorhebungen für die Füße links und rechts. Man kann sich vorstellen, das es meine schnellste Katzenwäsche war und Gott sei dank hatte ich noch im letzten Moment meine deutschen Feuchttücher in den Koffer geworfen, die von dieser Reise nicht mehr weg zu denken sind.

Unter der Decke wechselte ich schnell meine Kleidung (und damit war ich so etwa die einzige) und lag dann, einen halben Meter von der Eisendecke entfernt und 3 Meter über dem schmutzigen, von Schuhen voll gestellten Zugboden, unter- natürlich kaputten- verstaubten Ventilatoren auf einer, vielleicht 4 cm dicken, harten Matte, hörte das schnauben des Mannes neben mir durch die dünne Abteilabtrennung, neben meinem Kopf (als ob es nicht schon eng genug wäre) mein Handgepäck sicher verstaut. So sollten wir noch den nächsten Tag und eine weitere Nacht durch die verschiedenen Vegetationen Richtung Himalaja fahren und schließlich schlief auch ich ein, mit lauter Vorfreude auf die kommenden Tage, zwischen Schülern auf ihrer ersten Reise, Müttern mit ihren Säuglingen, grauen Omis und alten Männern in weißen Gewändern.

Namaste und die Fortsetzung folgt bald (versprochen!)
eure reisende Rebecca

Donnerstag, 24. Oktober 2013

100 Tage

Von tausend Erfahrungen die wir machen, bringen wir höchstens eine zur Sprache, und auch dieses bloß zufällig und ohne die Sorgfalt, die sie verdient hätte. Unter all den stummen Erfahrungen sind diejenigen verborgen, die unserem Leben unbemerkt seine Form, seine Färbung und seine Melodie geben.
(Danke Mama, immer wieder)



Einige Fakten

  • Verlorene Stifte: 4
  • Blogeinträge: 20
  • Mückenstiche: mindestens 7400
  • Skyp-minuten: 961
  • Liter Sprite oder andere Süßgetränke: 7
  • Toilettenpapierrollen: 6 (weiß auch nicht warum ich die sammele- vielleicht weil Toilettenpapier hier schrecklich teuer und selten ist)
  • Pakete Zahnpaste: 1,5 (und ich musste nicht einmal meine Marke ändern- Colgate ist hier zwar vergleichsweise teuer aber erhältlich)
  • Deutsche Kuchen:3 mal Apfelkuchen, 1 mal Schokokuchen ;)
  • Indische Kuchen: schon viel zu viele schrecklich süße Sahnekuchen: Wenn ein Schüler Geburtstag hat, kommt es schon einmal vor, dass er mit Kuchen durch alle Klassen geht und Kuchen an die Lehrer verteilt
  • Tage im Sari: 5
  • Ferientage: 11
  • Indische Hochzeiten: 1 (aber bald hoffentlich meine 2.)
  • Ausgaben: 280€
  • Neue Kleidungsstücke: 5 Suits (bestehend aus Hose, Lange Bluse und Schal), 2 Saries, 1 Oberteil, 1 Strickjacke, 1 Paar Socken, 1 Schal, 2 Paar Flip Flops
  • Schlaflose Nächte: 4
  • Kg Äpfel:…bin hat doch Deutsche, obwohl ich hier eigentlich mehr Bananen essen sollte
  • Tiefpunkte: 3
  • Hochpunkte: unzählbar
  • Hände geschüttelt: soviel kann ich sagen- darin bin ich jetzt bestimme Meister
  • Angelächelt worden: 100000000000000000000000000000000000000
  • Lächeln verteilt: das ist eines der wenigen Dinge, die ich den Leuten hier geben kann…
  • Gupshup gegessen: Gupshup bekommt man an jeder Straßenecke für 10 Rupees (ca. 17 ct), es besteht aus einer dünnen Teigbällchen gefüllt mit Kartoffel- Bohnenmasse, verschiedenen Soßen und auf Wunsch Zwiebel- einfach unglaublich lecker!
  • Verkehrsmittel: Auto, Jeep, Motorritschka (auto), Skooter, Flugzeug, Motorrad, Bus, Zug
  • „Good morning, mam“:täglich ca. 50
  • Blogleser: in 10 Ländern (wundert mich ein bisschen- warum liest ein Ukrainer einen Deutsch-Indischen Blog?)
  • Liebe Mails: 75
  • Tee: bestimmt 400 kleine Tassen :O
  • Indische Feste: Friendship Day, Id-ul-Fitr, Independence day, Raksha Bandhan, Janamashtami, Teachers day, Bishops Weihe, Gandis Geburtstag, Dashera, Vijay Dashimi, Bahar Rani, Geburtstag von Direktor
  • Verschiedene Dörfer: Viele- aber lange noch nicht genug!
  • Hindiwörter gelernt: 134
  • Verschiedene Schlafstädte: 4
  • Tonnen Reis: 2mal täglich- da könnt ihr mal selber rechnen
  • Neue Handykontakte: 27 (sogar von meinem Lieblingsobsthändler, nur falls ich mal irgendein Problem habe J)
  • Kinobesuche: 2




Und an dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei all meinen Bloglesern bedanken. Ihr gebt mir immer wieder Kraft und Mut weiter zu machen und ich hoffe, ich kann ein kleines bisschen von meiner Faszination für diesen fremden Ort auf euch übertragen. Danke!

Montag, 30. September 2013

Vom Dschungel, Hähnen und leckeren Fröschen

Indien ist DAS Land der Gegensätze: Wenn ich behaupte, ich lebe hier in einer großen Stadt ist das wirklich gelogen- für indische Verhältnisse ist Jagdalpur gerade mal eine Kleinstadt, aber die Tatasche das sie mitten im Dschungel liegt lässt sie deutlich an hervorstechen. Von dem genauen Gegenteil- dem indischen Dorf- durfte ich mit ein Bild machen:

Pünktlich (oder wenigstens fast) brechen wir nach der Schule auf um in das Heimatdorf von Vater Theo (Verbindungsquelle zwischen Fahrgemeinde St. Nikomedes und Indien) zu besuchen. Zwei Tage soll der Trip dauern von dem ich auch erst in letzter Minute erfahren habe, und weit hinaus- wenigstens gedanklich gesehen- soll es gehen.
Das erste Stückchen der 90 km langen Strecke brausen wir mit dem geliehenen Jeep samt Fahrer über die recht guten Nationalen Highway, in einen kleinen Städtchen das wir durchfahren decken wir uns mit kalten Getränken und indischem Knabberzeug ein und immer wieder tauchen kleine bis riesige Baustellen und halbfertige Schulkomplexe auf. Nach etwa 40 Minuten ändern sich jedoch die Straßenverhältnisse rapide und ich verstehe warum wir den Jeep genommen haben: Die Straße ist von riesigen Pfützen unterbrochen, die sich nach der langen Monsumzeit in den Löchern des Straßenbelages gebildet haben, immer wieder hört die geteerte Straße schlagartig auf und wir müssen uns unseren Weg durch Schlammberge bahnen. Und wir haben Glück- einige entgegenkommende Mofa und Fahrräder haben es sichtlich schlechter getroffen wenn ich sehe, wie das Schlammwasser zu beiden Seiten bis ans Dach des Jeeps spritzt.
Und auch die Aussicht verändert sich: Die Dörfer und Reisfeldern weichen nun dichtem Wald und als ich frage wie dieser Wald genannt wird bekomme ich die Antwort: Jungle- das Wort stemmt sogar aus der Sprache Hindi und wurde irgendwann ins englische übernommen. (Danach muss ich die ganze an das Mogli und das Dschungelbuch denken) Ich erfahre das wir kurz Rast auf einer Farm machen, die von zwei Vätern betrieben wird, bevor wir das letzte Stück zum Dorf und der, von der Pfarrgemeinde St. Nikomedes unterstützten Schule zurücklegen. Weiterhin erfahre ich das in der Nähe dieser Farm noch vor einer Woche in der Abenddämmerung ein Tiger am Straßenrand gesichtet wurde- der allerdings die Lichtkegel des Autos wohl nicht besonders mochte- wahnsinnig, aber ich bin trotzdem froh das wir jetzt, da gerade die Dämmerung hereinbricht uns wieder auf den Weg machen.




Das letzte Stück werden wir noch einmal kräftig durchgeschüttelt, aber ich genieße- mich am Haltegriff festklammernd- die fantastische Aussicht: Die Sonne strahl mit ihrer letzen Kraft tief am Horizont vor uns, Schulkinder mit ihren Uniformen der staatlichen Schulen spielen auf den freien Flächen der kleinen Dorfern, die sich immer wieder zwischen den Bäumen auftun, kleine Bäche finden ihren weg durch den roten Boden und Männer mit nicht viel mehr als einem Tuch um die Hüften waschen sich an den öffentlichen Wasserhähnen am Straßenrand. Zwischendurch kommt uns ein großen, kunstvoll angemalter Lastwagen entgegen, beladen mit Steinen, Hühnern oder sonst was. Das letzte Stück zur Farm von Theos Eltern müssen wir laufen, nachdem wir den Jeep einfach mitten auf einen kleinen Feldweg abgestellt haben.


Es ist wahnsinnig spannend in der Dämmerung durch hohes Graß irgendwo in Mittelindien zu stapfen, um mich herum wieder Reisfelder und Viehweiden, nicht zu wissen was man gleich zu sehen bekommt und wo man die Nacht verbringen wird. Nach ca. 300 Metern erreichen wir einen kleines Tor, dahinter ein Lehmbedeckter Platz unter einem großen Baum. Zu zwei Seiten stehen Lehmhütten mit bunten Vorhängen vor den Türöffnungen, ein hölzerner, mit Stroh gefüllter Unterstellplatz für Kühe (inc. Kühe) bildet einen gemütlichen Innenhof. Eine junge Frau mit einen kleinen Kind auf dem Arm kommt aus einer der Hütten, dahinter eine ältere frau- Theos Mutter. Total herzlich werden wir begrüßt und ich kann meine Begrüßungsformeln: Hallo, mein Name ist Rebecca. Wie geht es dir? Ich unterrichte an der Schule. Zum Besten geben und ernte damit verschmitzte Blicke. Auch Theos Vater ist gekommen- in Shirt und einem Baumwolltuch und die Hüften bringt er einige Plastikstühle und einen kleinen Plastiktisch und stellt ihn in die Mitte unter den alten Baum. Ein perfekter Frühstücksplatz, denke ich, für Ferien auf einer indischen Farm und bemerke, dass ich das erste Mal seit zwei Monaten einen Platz im Freien angeboten bekomme. Leider bin ich mit meinem Hindi jetzt schon am Ende und so muss mir Vater Santhos alles Übersetzen, bis  Theos Bruder, ein Lehrer von der benachbarten Schule, in Jeans und Pulli kommt und sich zu seiner Frau und seinem kleinen Sohn stellt.
Leider müssen wir schon wieder weiter und so verabschiede ich mich nach einer Tasse Tee von dieser wirklich netten kleinen Familie.


Zum Abendessen fahren wir im Stockdüsteren ein Stückchen weiter zu einem Hostel für Jungen, das neben der genannten Schule liegt. Ca. 40 Jungen im Alter von 5 bis 15 Jahren werden von 3 Vätern, einem Bruder und einigen Köchinnen betreut und Verpflegt. Noch sitzen alle auf dem Boden oder auf Stühlen und Pritschen zur abendlichen Studdyzeit und ich gehe in der Küche schauen ob ich irgendetwas helfen kann. Ich staune nicht schlecht über die riesige, mit Gas betriebene Kochstelle, an der Vater Thomas gerade (extra und ausschließlich für uns)im halbdunklen  Hähnchen frittiert und auch die anschließende Vorradskammer mit einem riesigen Sack voll Zwiebeln und allerlei weiterem Gemüse beeindruckt mich mächtig. Ich übe mich, nachdem ich Angst hatte beim Frittieren dieser besonderen Farmhühner wegen den Schlechten Lichtverhältnissen etwas falsch zu machen (es war einfach nur stockdüster in der Ecke), unter den strengen Blicken und dem Grinsen der Küchenmädchen im Chapatti- machen.
Danach folgt eine halbe Stunde Gebetszeit für die Jungs und ich lausche, am Türrahmen stehend, zuerst dem andächtigen Gesang der auf dem Boden sitzenden Jungen und anschließend von Trommeln begleitet rhythmischen Versen in dem kleinen Kirchenraum des Hostles. Nach dem Essen wundere ich mich, als die Jungen, einer nach dem Anderen mit einem „Good night mam“ wieder im Studdyzimmer verschwinden und mir wird erklärt, das nach dem Abendessen von halb neun bis neun noch mal gearbeitet wird, bevor es dann zu Bett geht (ganz schön Diszipliniert, diese Inder).
Danach geht es zum letzten Ziel und Schlaffstätte für diese Nacht: ein weiteres Hostel auf der anderen Seite des Dorfes. Als der Jeep im dunklen durch ein Tor fährt, irgendwann stehen bleibt, und ich meine kleine Tasche, hauptsächlich gefüllt mit Zahnbürste und Mückenspray nahm, stehen wir erst einmal ein bisschen blöd in der Gegend rum: keiner da, wo soll ich hin? Und was erwartet mich? Ein Zimmer zusammen mit dem Vater, mit Schwestern? Hoffentlich gibt es ein Moskitonetz! Ich habe keine Ahnung!
Aber es kommt ganz wunderbar: Zwei Schwestern holen mich ab, die ein kleines Haus neben dem Hostel bewohnen, die Väter schlafen woanders. Das Haus ist ziemlich schön, in der Mitte gibt es einen kleinen, bewachsenen Innenhof, drum herum führt überdachter Rundgang von dem die Zimmer abgehen. Mein Zimmer gehört irgendeiner Schwester, die im Moment nicht da ist und das Bad ist auf dem Flur. Vor dem Zubettgehen rede ich noch ein wenig mit den Schwestern: die eine ist Krankenschwester, war für einige Zeit in Deutschland und kann deswegen ziemlich gut deutsch, die andere arbeitet in der Schule die wir uns morgen noch etwas genauer ansehen werden.
 
Ich glaube ich mache mir zur Gewohnheit alle meine Zimmer dieses Jahr zu fotografieren.
Hier die Variante: gemütliches, kleines Farmzimmer, inc. Taschenlampe
 für den Weg aufs Klo, Moskitonetz im Gesicht und wunderbare Träume

Nach einer durchwachsenden Nacht (ein Hundezwinger ist neben meinem Fenster, ein Baby im Nachbarhaus wollte wohl nicht schlafen, das Umdrehen im Bett war mit Vorsicht zu genießen und der Hahn um halb 4 hatte das restliche getan) stehe ich dennoch am nächsten Morgen- nachdem ich ein wenig den Gesängen der Schwestern in der hauseigenen Kapelle gelauscht hatte und ratsächlich noch einmal eingeschlafen war- um 6 Uhr voller Tatendrang und Vorfreude auf den Tag auf und finde, nach einigen verdutzten und verständnislosen Blicken der Köchin, die Schwestern, die Väter und ein Haufen Jungen und Mädchen in einer kleinen Kirche neben dem Hauptplatz. Die morgendliche messe wird diesmal von vier anstatt von 2 Vätern gehalten und die Jungen und Mädchen- ordentlich in Reihen, links die Jungen, rechts die Mädchen- singen laut die Kirchenlieder auf Hindi mit.
Nach dem Gottesdienst (um 7 Uhr wohlgemerkt!!) gibt es eine kleine Vorstellungsrunde und Begrüßungslieder. Alle Kinder haben (indem sie wahrscheinlich den gesamten Garten ausgerupft haben) einige Wildblumen für mich, die sie mir- einer nach dem anderen überreichen- als Gegenzug gibt es eine Runde Süßigkeiten. Als ich zusammen mit den Vätern zu einen weiteren Gebäude zum Frühstück laufe sehe ich alle Jungen den Platz vor ihrem Haus mit- aus Steckern improvisierten Besen- die Blätter zusammenkehren. Die Kinder gehen auf eine Hindi- Medium- School und haben zu 90 % ihre Eltern noch, diese leben nur einfach in den Dörfern zerstreut zu weit weg, sodass die Kinder ab dem Kindergarten im Hostel leben.
Ganz schön beeindrucken wie die kleinen Jungen schon am frühen morgen nach der einstündigen Messe erst noch ihren Hof fegen, bevor es dann zum gemeinschaftlichen Frühstück nach draußen unter die Bäume geht!

Nach meinen eigenen Frühstück, das sogar aus Weißbrot und Marmelade besteht (Warum auch immer alle denke, sie müssten extra für den deutschen Gast von ihren gewöhnlichen Essgewohnheiten abweichen- ich bin echt ein Fan des indischem Essens geworden!) bekomme ich eine kleine Führung durch die benachbarte Schule. Der Unterricht fängt um 9 Uhr an und pünktlich ertönt aus den Lautsprechern die indische Nationalhymne gefolgt von der Stimme einer 8 Klässlerin, die das Gelübde vorließt, das alle Schüler mit vorgestrecktem Arm nachsprechen. Die Schule besteht aus 9 Klassen: vom Kindergarten bis zur 8. Klasse und würde mitfinanziert von der Pfarrgemeinde St. Nikomedes. Daran erinnert eine Tafel am Eingang die, da auf Deutsch, ich erst einmal für die doch ziemlich interessierten Schüler übersetzt habe. Die meisten Schüler der unterschiedlich großen Klassen (in der Klasse 8 sind nur 16 Schülerinnen und Schüler- ein Traum für jeden Lehrer) wohnen im Hostel, da ihr Elternhaus in Dörfern zu weit von der Schule weg ist, die meisten Eltern keine Chance haben ihre Kinder morgens zur Schule zu fahren und auch die Verkehrswege nicht gerade optimal sind, einige kommen aber auch aus den direkt anliegenden Dörfern. Das einige Klassen nur so klein sind zeigt ein großes Problem der Privaten Schulen in dieser Gegend: Trotz einer Schulgebühr von gerade mal 300 ₨ (das sind nicht mal 5 Euro) sind die Eltern- meist Farmer- zu arm um diese zu bezahlen oder sehen es nicht ein, wenn es auch die Möglichkeit gibt ihre Kinder auf eine kostenlose Staatliche Schule zu schicken (die aber leider nicht die nötige Bildung geben kann, wie mir ein Vater erklärt). Bei der Besichtigung  einiger Klassen kann ich mir ein Bild von der Disziplin und Qualität des Unterrichts machen. Die Schüler erklären mir ihr aktuelles Thema, stellen Fragen zu meiner reise und meiner Heimat Deutschland- die ich so gut es geht zu beantworten versuche (kann mir mal bitte eine das nationale Wassertier Deutschlands nennen). Es ist echt ein schöner Besuch der mir klar macht, dass ich dieses Jahr unbedingt noch einige Zeit in ländlicher Gegend arbeiten möchte!


Auf dem Rückweg machen wir Mittagspause auf der Farm, die wir am Vortag schon einmal kurz gesehen haben. Zur Farm gehören ein Maschinenhäuschen, eine kleine Bananenplantage, ein künstlich angelegten Fischsee, einige andere Nutzpflanzen, einige Hühner und Ziegen, weite Reisfelder und eine kleine Arztpraxis in der ein Vater kostenlos (nur die bestellten Medikamente müssen bezahlt werden) die Dorfbewohner behandelt. Bei dem Gang durch die Bananenbäume sahen wir plötzlich einen Frosch in den anliegenden Teich springen. Vater Santhos drehte sich zu mir um und fragte ganz unvermittelt: „Do you like frog?“ Ah, keine Ahnung antwortete ich, ich habe noch nie welchen probiert, würde es aber auch nicht abschlagen wenn man mir welchen anbietet, ganz nach meinem Motto, dass ich dieses Jahr alles mindestens einmal probiere. Darum fragte ich die Gleiche frage zurück und bekam ein zustimmendes Nicken und die Antwort, dass unsere Köchin Sita erst gestern Mittag Frosch zubereitet hatte. Oh, das wusste ich nicht, (zwar, viel mir ein, hatte ich gestern auswärts gegessen) aber seitdem frage ich bei jedem Fleischgericht auf dem Tisch lieber zweimal nach!

Namaste und liebe Grüße von ,der immer wieder staunenden

Rebecca